Freitag, 2. Juni 2017

klimatisch unterkühlt

Dieser neue US-Präsident schreckt vor nichts zurück. Nun hat er doch tatsächlich den „Weltklimavertrag“ aufgekündigt. Oder auch nicht, sondern erst später, im Jahr 2020, vielleicht. Jedenfalls ist die ganze Welt entsetzt, führende Politiker sind außer sich. Fragt sich nur, warum genau.

Es war schon recht erstaunlich, welches Trara schon weit im Vorfeld darum gemacht wurde, als Donald Trump eine Erklärung zum Klimaschutzabkommen von Paris ankündigte. Als es endlich soweit war, übertrugen TV-Nachrichtensender sogar live aus Washington.

Ein derartiges Getöse wurde nicht einmal gemacht, als Trump „Obamacare“ in wesentlichen Teilen per Dekret einstampfte. Rund 20 Millionen Menschen, die jetzt ohne Krankenversicherung dastehen… okay. Aber wenn Trump den Klimawandel bezweifelt, dann herrscht weltweites Entsetzen.

Dass exact am gleichen Tag verkündet wurde, China dürfe bis zum Jahr 2030(!) die CO2-Emissionen ungebremst auf den Höhepunkt treiben, hat dagegen zu überhaupt keinerlei Reaktionen geführt, weder weltweit, noch ansonsten. Das wird im globalen Emissionshandel einfach irgendwie verrechnet und die Sache ist erledigt.

Bei dem Trara um Trumps Erklärung geht es nicht um Klimaschutz, sondern es geht – wie immer – um Geld. So verlautete prompt, die USA verschaffen sich nun „Wettbewerbsvorteile“, indem sie ihrer Wirtschaft das Einhalten teurer Klimaschutzvorgaben ersparen, das müsse saftige Strafzölle zu Folge haben.

Und auch hierbei lohnt sich wieder ein Seitenblick auf (siehe oben) China. Die Chinesen pochen immer noch auf ihren Status als „Entwicklungsland“, um nicht für Klimaschäden mitzahlen zu müssen und schiebt alle Verantwortung auf die alten Industriestaaten.

Gleichzeitig investiert China jährlich um die 10 Miiliarden Euro überall in Afrika, dem vom Klimawandel am stärksten betroffenen Kontinent. China fördert quer durch Afrika Großprojekte aller Art, in Infrastruktur, Strom- und Wasserversorgung und erhält im Gegenzug Rohstoffe und – vor alem – Einfluss.

An den Pranger aber stellt man Donald Trump, weil der US-Präsident sich gerade wunderbar dazu eignet. Die Chinesen will man schließlich nicht gegen sich haben; dazu sind sie als Handelspartner zu wichtig. Schließlich geht es (siehe oben) allenfalls nebenbei ums Klima. Es geht um Geld.