Mittwoch, 4. Oktober 2017

tendenziell gespalten

„Piep, piep, piep, wir haben uns alle lieb“. Eine rosa Liebhab-Welt voller Marshmallows wird uns alljährlich auf den Bildschirmen präsentiert, wenn der „Eurovision Song Contest“ stattfindet. Doch offenbar ist das nur reine Showkulisse.

Wie war das noch vor ein paar Jahren, als eine Reihe von Terroranschlägen die Welt erschütterte: „Je suis Paris“, „We are London“, „Wir sind Brüssel“ tönte es voller Empathie durch die sozialen Medien: „Wir stehen zusammen, wir fühlen mit“.

Mag sein. Aber doch lieber jeder für sich. Erst waren es die Briten, die sich aus der EU volksabstimmten, prompt wollte sich Schottland aus dem Vereinigten Königreich abmelden, und aktuell eskaliert der Streit in Spanien um Katalonien.

Außerdem will Korsika nicht mehr zu Frankreich gehören, Flamen und Wallonen wollen keine Belgier mehr sein, und sogar Grönland und Färöer mit gerade je 50.000 noch-Dänen wollen lieber eigene Briefmarken haben und eigene Fähnchen hissen.

Im Zeitalter zwanghafter Political Correctness muss man auch mit Ironie und Satire vorsichtig sein, aber nun doch mal bitte… die Lombardei!!! Grönland!!! Färöer!!! Was soll das? Und das, wo der französische Präsident Macron kürzlich noch „Europa neu gründen“ wollte.

Womöglich war und ist es genau das Problem, dass den Menschen eine Europäische Union mitsamt gemeinsamer Währung aufgezwungen wurde, und zwar aus rein wirtschaftlichen Gründen - ebenso, wie die Zwangsglobalisierung die Menschen zu einer glatten Gegenbewegung treibt.

Als ob die Menschheit, inklusive der Europäer, keine anderen Probleme hätte. Der Planet überhitzt, die Polkappen schmelzen weg, doch jeder will rechtzeitig zum Weltuntergang sein eigenes Fähnchen schwenken können.